Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben – wir erleben schon vorher etwas.

Tickets buchen für den Fernverkehr mit der Bahn ist immer wieder ein Erlebnis – alle Welt soll zwar auf das Fahrrad umsteigen. Aber im schnellen Fernverkehr ein Fahrrad mitzunehmen ist fast ein Ding der Unmöglichkeit.

Vorbereitung für den Ticketkauf

Nach eingehenden Recherchen, welche Zugfahrt es denn sein soll, mit dem Häkchen Fahrradmitnahme im Onlinekonfigurator der Bahn machen wir uns auf den Weg zum DB Reisezentrum.

Wir geben dort unsere “Bestellung” auf: “Nein! – wir haben keinen Fahrradstellplatz für die gewünschte Verbindung. Das ist fast unmöglich, wenn Sie einen Fahrradstellplatz haben wollen in einem Fernzug, dann müssen Sie das vor allem für diesen Zeitraum 3 bis 4 Monate vorher machen!” Der Bahnmitarbeiter probierte dann noch zwei andere Tage, daraufhin erzählte er, mehr dürfe er nicht recherieren, wir sollen doch selber schauen. Auf den Hinweis, dass die Fahrradverfügbarkeit nur eingeschränkt selber abprüfbar war im Internet (davon habe er keine Ahnung), lies er uns quasi im Regen stehen. Sollten wir schon zum Start der Reise scheitern?. Er gab uns noch Tipp wir könnten unser Fahrrad auch verschicken.

Fahrrad verschicken zum Reisezielort

Sein Fahrrad ins Ausland verschicken ist sehr teuer (>250 € für zwei Fahrräder), das fiel also schon einmal raus. Zum Glück wusste Tabea noch, dass ab München Fahrradplätze verfügbar waren im Zug. Somit prüften wir die nationale Verschickung der Fahrräder – mit DHL als Sperrgut ist der Fahrradversand tatsächlich für unter 60 € pro Rad machbar. Also wollten wir jetzt unsere Räder nach München schicken, dort bei einem Fahrradhändler wieder einsammeln und am nächsten Tag weiter nach Verona mit dem Eurocity fahren.

Nachträglich fiel uns ein, da wir ja jetzt ungeplant auf zwei Tage reisen, vielleicht hätte auch ein anderen Zug die Fahrräder aufnehmen können, z.B. mit einem Intercity – dauert zwar ewig – aber es hätte ein Versuch sein können. Leider können wir die Fahrrad-Stellplatz-Verfügbarkeit Online nur eingeschränkt prüfen, dazu später mehr!

Fahrrad versenden per DHL?

Wir können uns mit dem Gedanken irgendwie nicht richtig anfreunden, zu viel kann schief gehen (Paket kommt nicht an, Paket ist beschädigt – also in unserem Fall Fahrrad ist beschädigt). Und dann würden wir in München festhängen – was man selber dabei hat, kann schwer mal eben verloren gehen. Viele Recherchen und Gedanken später, probiere ich alternative Routen zu finden. Da wir jetzt sowieso schon auf 2 Tage verteilt fahren, finde ich letztendlich eine Lösung. Wir werden früh um 5 Uhr in Kiel nach Berlin mit dem Zug starten und verbringen den Tag in Berlin. Am Abend wird es dann nach München gehen, wo wir schon eine nette Unterkunft per Airbnb gefunden haben – wir wurden schon super lieb textlich in Empfang genommen (Was für ein Glück, denn wir kommen nach Mitternach in München an!).

Wie buche ich auch kurzfristig eine Reise mit Fahrrad in der (Deutschen) Bahn?

Geholfen hat letztendlich folgende Karte (Hochgeschwindigkeitsnetz Europa / Bahnnetz Deutschland ) und ein Haufen Kreativität. Ich habe mich gefragt, wann will denn keiner mehr Unterwegs sein? Tatsächlich kann man dann auch günstige Zugverbindungen finden. Aber Achtung, wer jetzt denkt, oh ich kann alles buchen – der irrt. Dreimal haben wir Strecken herausgesucht und im letzten Schritt nach dem “Zahlungspfichtig bestellen”-Button hieß es dann: Leider gibt es keine Fahrradstellplätze mehr. Also man findet seine Verbindung leider nur mit Ausprobieren, weil erst nach dem Drücken des Bestellknopfes die wirkliche Verfügbarkeit geprüft wird. Es ist ein bisschen wie Roulett spielen, was probiert man als erstes?! D. h., die Bahn hat die Infos, aber man bekommt sie nicht vorher abgegriffen.

Weiterhin habe ich bei der Bahn-Suche die erweiterte Suche verwendet, dort Zwischenhalte  und Aufenthaltsdauer eingegeben, bei erweiteter Verkehrsmittelwahl mal ICE abgewählt. Alles hat dann irgendwie letztendlich zum Ziel geführt.

Letztendlich haben wir jetzt ein bisschen Geld verbrannt, der Schaden bleibt aber doch noch recht gering (unter 100 €) – tja – es wird sicher nicht das letzte Lehrgeld gewesen sein. Letztendlich werden wir dann jetzt trotzdem für 270 €, allerdings ist eine Bahnbonus Prämie International für eine Person mit in der Rechnung enthalten, nach Turin kommen. Ohne die Bahnprämie und die 100 € Lehrgeld sollte man es also trotzdem für 270 € bis nach Turin schaffen, wenn man die Ruhe behält (sehr wichtig, lieber noch einmal drüber schlafen).

Bahnbonus Prämie International mit Einschränkungen

Wer jetzt glaubt, dass man mit der Bahnbonus Prämie International in Europa freie Fahrt hat, der irrt. Wir wollen nach Turin, aber Turin ist nicht enthalten. Es sind nur ausgewählte Städte in Norditalien inkludiert, genauso sieht es für andere Länder aus.

Welche Städte alle angefahren werden, lässt sich aus den Beförderungsbedinungen der Bahn auslesen (hier) oder an folgender Stelle: Man geht in den persönlichen Kundenbereich der Bahn > unter Bahncard-Services auf > Punkte einlösen. Es kommt die Übersicht der Prämien und dann kann man auf “Information zur Prämie” klicken, es öffnet sich ein Popup und am Ende des Textes ist dann der Link zum PDF “Beförderungsbedingungen”.

Also fahren wir jetzt von Kiel über Berlin nach München. Von München nach Verano, dann nach Mailand und dann nach Turin. Dafür haben wir jetzt etwas Zeit uns Berlin anzuschauen. In Verano, Mailand und Turin werden wir mindestens einen Tag verbringen, weil wir schon mal da sind. Ab Verano sind wir dann flexibel mit dem Nahverkehr unterwegs.

Wieder eine Hürde geschafft, wir sind gespannt wie es weiter geht – für diese Woche war es erst einmal genug Aufregung!

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